Josef "Jupp" Allemand

"der Seitenwagen-Akrobat"

 

Das Harley-Davidson Gespann Vise-Allemand 1924 

beim Großen Herbstpreis des Aachener Motorradsportclubs

 

Josef Allemand (links) bei seinem ersten Rennen 1924 mit Peter Vise (rechts)

 

 

 

Josef Nikolaus  "Jupp" (Jüppchen) Allemand 

(12. Mai 1906 - 16. August 1988)

 

Seit 1924 fuhr Jupp Allemand als Schmiermaxe mit berühmten Aachener Motorrad-

Sportlern wie Peter Vise, der 1928 tödlich verunglückte, und später Paul Weyres.

 

Der stets gutgelaunte Allemand wusste aus jenen Tagen viele Anekdötchen zu erzählen,

gab doch die Pionierzeit des Motorradsports in dieser Hinsicht viel her.

 

So weiß er von jenem Eröffnungsrennen des "Ring" 1927 folgendes zu erzählen:

"Ich fuhr im Beiwagen von Peter Vise. So nach 90 Kilometern - riss der Gaszug.

Da hat der Peter mit einer Hand gelenkt und mit der anderen Hand den Gaszug unter dem Tank gepackt. 

Wir wechselten uns dann mit dieser Prozedur ab. Überholt hat uns nur einer in der vorletzten Runde. 

Wir aber hinterher, und das muss den so nervös gemacht haben, das er in der letzten Runde, 

da wo es nach Mühlenbach runtergeht, aus der Kurve flog. Und dann haben wir doch noch gewonnen."

 

Akrobat Jupp Allemand

 

 

Als Schmiermaxe im Beiwagen groß geworden

 

Man nannte ihn den "Kunstturner im Beiwagen" und wenn der Aachener Josef Allemand sich als "Schmiermaxe" bei den Motorradrennen der zwanziger und dreißiger Jahre in der schweren

Gespannklasse artistisch in die Kurven legte, dann wurde bereits damals vieles von dem deutlich

was der Motorsport den Beiwagenfahrern an physischen Einsatz und Reaktionsvermögen abverlangt.

 

1929 Sieg beim Eifelrennen - bald darauf bekam er die internationale Fahrerlizenz

 

"Meine Premiere als junger Spund mit 18 Jahren endete mit einem Sieg.

Peter Vise, mein erster Fahrer, und ich gingen nämlich beim ersten Start auf einer 1000 ccm

Harley-Davidson Maschine mit Seitenwagen 1924 im Großen Herbstpreis des Aachener

Motorclubs auf heimischer Rennstrecke als Gewinner hervor.

Das gab Mut, das brachte Selbstvertrauen."

 

Ja, eine Menge Mut und ne ganze Stange Selbstvertrauen,

brachte das Team Vise/Allemand zu den Rennen der darauffolgenden Jahre.

Und fast immer sprang ein Sieg für die beiden unzertrennlichen, gleichaltrigen Freunde

und Arbeitskollegen heraus.

 

1928 gab es für Josef Allemand eine Zwangspause.

Der tragische Unfalltod seines Kameraden und Fahrers Peter Vise

beendete diese erfolgreiche Teamarbeit.

 

Josef Allemand blieb dem Rennsport treu. Er wechselte vom Seitenwagen in den Sattel,

während sein Bruder Peter den Platz neben ihm einnahm.

 

Josef Allemand 1934:

" Man hätte mir damals ein Luxusauto schenken können, ich wär auf meinem geliebten

Motorrad davongebraust, ohne den vierrädrigen Schlitten auch nur eines Blickes zu würdigen."

 

In den dreißiger Jahren betätigte er sich als Manager und Beifahrer von Paul Weyres.

Das Duo war bald auf allen europäischen Rennstrecken am Start.

 

 

Der Gespann-Name Weyres/Allemand bekam internationale Geltung.

Große europäische Erfolge und vier deutsche Meisterschaften bestätigen die Klasse dieses Teams.

 

Das Verbot für schwere Gespanne im Rennsport durch die Sportführung in der Nazizeit 

beendete auch für Josef Allemand vorzeitig die Laufbahn als "Schmiermaxe".

 

Im weißen original Harley-Davidson Mechaniker-Outfit

 

Vater Allemand, Sohn Peter und....

 

 .... seine Beste 1932

 

Familienbande Vise, Allemand, Weyres

 

Josef Allemand als ADAC-Funktionär bei einer Siegerehrung 1948

Hier gewann Kurt Stoll aus Breinig mit Tochter Ingeborg im Seitenwagen

 

Jupp's Freundin und Frau Vise (Mitte) mit Jupp Allemand

 

Am Mikrophon - Spassvogel Jupp

 

 

Auf dem Harley-Davidson 750 ccm Gespann beim Aachener Waldrennen 

24. Juli 1949

 

Am Lenker Josef Allemand, Adam Schumacher im Boot und Willi Feltes 

auf dem Sozius (ADAC Ortsclub Aachen)

 

     

1955 wurde Josef Allemand das silberne ADAC-Sportabzeichen verliehen.

 

1967 ehrte man den Aachener aus Anlaß des 40-jährigen Jubiläums des 

Nürburgringes mit der ADAC-Goldmedaille.

 

Am 10. November 1970 wartete ein weiteres Jubiläum auf den Ex-Rennfahrer,

und wieder hat dieser Ehrentag etwas mit Motoren zu tun:

 

 

Ein halbes Jahrhundert hat er der Firma Friedrich Vise & Co. in Aachen die Treue gehalten.

 

 Seinen Lebensabend verbrachte er in aller Ruhe in Stolberg/Rhld.

 

 

 

1935  Jupp's Neffe Fred und

Paul Weyres' Tochter Margot

 

 

 

 

17. September 1950 

Jupp's Freund aus München

"Ist das nicht ein nettes Bild von Euerm Freund Ralf"

 

"Den alten Freunden ein frohes Weihnachten 1950"

 

 

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