Die Fertigung von

Harley-Davidson Motorrädern

in Milwaukee, Wisconsin/USA

 

 

Machen wir einen Rundgang durch die größte Motorradfabrik der Welt,

durch die Anlagen der Harley-Davidson Motor Co. Milwaukee

 

 

 

Über die Fertigung von Motorrädern, sowie die Einrichtung von Motorradfabriken ist in

Deutschland verhältnismäßig wenig bekannt geworden.

 

Dies mag teilweise daran liegen, daß sowohl Fabrikationsanlage als auch die Fabrikationsmenge

nicht die Errichtung einer Betriebsstätte gestattet, die auch nach außen hin so repräsentabel ist,

daß sie der Öffentlichkeit - sei es durch Erlaubnis zur Besichtigung, sei es durch Veröffentlichung

von Bildern aus den einzelnen Betriebsabteilungen zugängig gemacht werden kann.

 

Ein anderer, vielleicht noch wichtigerer Punkt ist der der strengsten Geheimhaltung sämtlicher Fabrikationsmethoden, mögen diese nun wirklich das Geheimhalten wert sein oder nicht.

 

In jeder Beziehung anders geartet liegen die Verhältnisse in den Vereinigten Staaten.

Die Industrie macht durch das Öffnen der Fabrik für das Publikum für sich die billigste Reklame.

 

Sie stellt sich damit andererseits auch unter die Kontrolle der Öffentlichkeit.

 

Der Interessent soll sehen, wie das entsteht, was er zu kaufen beabsichtigt.

Er soll durch das Vertrauen zur fabrizierenden Firma das Vertrauen  zu deren Fabrikat bekommen.

 

Machen wir nun einen Rundgang durch die größte Motorradfabrik der Welt,

durch die Anlagen der Harley-Davidson Motor Co. Milwaukee, und greifen wir die

interessantesten Punkte der Fabrikation heraus und halten sie in Illustrationen fest.

 

Abb. 1 Glühofen in der Harley-Davidson Fabrik

 

In diesem Unternehmen werden 2000-2500 Arbeiter beschäftigt und täglich etwa 135 Motorräder fertiggestellt. Ein im ersten Augenblick villeicht als zu weit durchgebildet erscheinendes Kontrollsystem setzt bereits bei der Hereinnahme des Rohmaterials ein. Eigene Versuchsanlagen und Laboratorien befassen sich nur mit der Materialprüfung.

 

Abb. 2 Automatensaal 

 

Von einem Materiallager werden die verschiedenen Abteilungen gespeist. Stangenmaterial, das 

vor weiterer Verarbeitung geglüht werden muß (Abb.1) kommt in eine Spezialabteilung, während 

anderes dem großen Automatensaal  (Abb.2) zugeführt wird.

 

In diesem Betrieb (es wird gelegentlich noch darauf zurückzukommen sein) scheinen sich

größte Wirtschaftlichkeit in den zur Verwendung gelangenden Arbeitsmethoden mit

einer im ersten Augenblick leichtsinnig erscheinenden Operationsfolge zu paaren.

So zeigt uns Abb. 3 eine der völlig automatisch arbeitenden Härteanlagen, wie man sie in

amerikanischen Betrieben allseitig, in Deutschland in letzter Zeit verschiedentlich auch sieht.

 

Abb. 3 Der ölbeheizte rotierende Härteofen wird elektrisch kontrolliert

 

Die zu härtenden Teile treten an dem einen Ende ein, rotieren nach der in der

Mitte des Bildes (Vorderteil der Härteanlage) erkenntlichen Sammelvorrichtung

und rutschen eine kurze schiefe Ebene hinab in das Ölbad.

Die hier angelangten Teile werden durch einen Kettenförderer aufgesammelt

und zu einer Stelle gebracht, wo die weitere Verarbeitung erfolgt.

Die Härteanlage ist so ausgeführt, das sowohl Öl- als auch Wasserhärtung

vorgenommen werden kann.

 

Ein weiteres Beispiel für die Tendenz, Handarbeit nach Möglichkeit zu sparen,

bringt Abb. 4. Es handelt sich hier um die uns bereits bekannten Sandstrahlgebläse

mit rotierenden Arbeitstisch. Vorbildlich ist die Anordnung der Luftabsaugkanäle,

die die Staubbildung im Arbeitsraum unterbinden.

 

Abb. 4  Hier werden Zylinderabgüsse in einer dieser Anlagen bearbeitet

 

Bei der weiteren Bearbeitung der Zylinder und zwar bei einer der wichtigsten Operationen,

dem Ausschleifen der Kolbenlaufbahn, hat sich die Durchbildung von Spezial-Arbeitsmaschinen

als notwendig erwiesen. Das Unternehmen sah sich sogar veranlaßt, eine Spezial-Zylinder-

Schleifmaschine durchzubilden (Abb. 5), die auf jeder kräftigen Drehbank zu verwenden ist.

Ansich ist dies bekannt und durchaus nich so bedeutungsvoll. Berücksichtigt man aber den Grund

für die Durchbildung  der Sonderkonstruktion, so wird einem ein Verkaufsmoment klar erkenntlich,

welches wir in Deutschland noch nicht in genügendem Maße würdigen. Dieses Verkaufsmoment

ist nämlich der in die Tat umgesetzte Wille des Dienstes am Kunden, der der Lage sind,

den Zylinder selbst nachzuschleifen, ohne ihn der Fabrik einsenden zu müssen.

 

Abb. 5  Zylinderschleifeinrichtung

 

Bei dieser Gelegenheit sei darauf hingewiesen, das nach amerikanischen Geschäftsprinzip

der Verkauf eines Gegenstandes (als typisches Beispiel seien Motorräder und Automobile

herausgegriffen) nicht in dem Augenblick beendet ist , wo der Kunde den Gegenstand übernimmt.

Vielmehr setzt jetzt erst der Augenblick des Verkaufes ein und damit die Pflicht des Verkäufers,

den Kunden zufrieden zu stellen. Dies ist auch nicht mehr als selbstverständlich. Der Kunde

investiert ein für seine Tasche - also unabhängig von der Preisklasse des gekauften Fahrzeuges - beträchtliches Kapital. Dafür will er auf lange Zeit ein Äquivalent haben. Ist das Fahrzeug bei der

Übernahme nicht betriebsfähig oder stellen sich während des Betriebes Mängel ein, die die

Benutzung desselben verhindern, so ist der Zweck des Erwerbes verfehlt.

 

Abb. 6  Zylinder-Einlaufvorrichtung

 

Übergehen wir die einzelnen Phasen sowohl wie die einzelnen Operationen der

Motorbearbeitung und greifen uns eine der wichtigsten heraus, nämlich das

Einlaufenlassen der Kolben im Zylinder. Diese Frage ist so oft der Brennpunkt

von langatmigen Diskussionen gewesen.

 

Harley-Davidson löst diese Frage dadurch, das diese Firma eine gewisse Anzahl

von Prüfanlagen hintereinander stellt. wie es die Abb. 6 erkennen läßt, Maschinen,

die so eingerichtet sind, daß sie den Zylinder mit dem Flansch nach oben aufnehmen.

Eine Hebelanordnung arbeitet über einen Riementrieb und bewegt den zum Zylinder

gehörigen Kolben auf und ab. Zu dieser Methode des Einlaufenlassens, obgleich sie sehr

langwierig und auch kostspielig ist, wurde gegriffen, um den Käufer eine Maschine in die

Hand zu geben, die - obgleich fabrikneu - die Eigenschaften einer bereits eingelaufenen hat.

 

Abb. 7  Bohranlage für Kurbelgehäuse

 

Die Bearbeitung der Kurbelgehäuse dürfte insofern interessant sein, als sämtliche Bohrungen,

die das Gehäuse aufweist, durch einen Arbeiter ausgeführt werden, d.h. also, daß, wenn die Tagesproduktion 135 Maschinen beträgt, ein Arbeiter die sämtlichen Bohrungen an 135

Kurbelgehäusen pro Tag ausführt. Abb. 7 zeigt diese Operation, und es ist leicht erkenntlich,

daß ein einfaches Mittel diese Arbeitsleistung mühelos aus einem Arbeiter herausholt.

Bohrmaschinen sind durch einen Tisch miteinander verbunden. Die Bohrlehre, in die das

Kurbelgehäuse eingespannt ist, ist derart schwenkbar, das sämtliche Bohrungen vorgenommen

werden können, ohne das Kurbelgehäuse aus der Bohrvorrichtung ausspannen zu müssen.

Es handelt sich also hier - um es zu wiederholen - um die Anwendung eines Schiebetisches, bei

welchem (entgegen dem sonst üblichem Prinzip) sowohl Arbeiter als auch Arbeitsstück bewegen.

 

Abb. 8  Automaten zur Bearbeitung der Schwungräder

 

Die Schwungräder werden auf vier völlig automatisch arbeitenden Maschinen ausgeführt.

Zwei dieser Automaten sind auf der Abb. 8 zu erkennen.

Der Herstellungspreis eines solchen Automaten beträgt 18000 Dollar.

 

Wenn man durch die verschiedenen amerikanischen Betriebe geht, empfindet man es als

selbstverständlich, das die Arbeitsstücke mechanisch bewegt werden, und ist dann überrascht,

wenn man sieht, das die Motorenmontage bei Harley-Davidson auf Schraubstöcken 

(Abb. 9) vor sich geht. 

 

Abb. 9  Motorenmontage

 

Im Prinzip handelt es sich aber auch hier wiederum um die Anwendung eines Schiebetisches, 

denn der Grund dafür, das zu Schraubstöcken als Aufnahmevorrichtung für die

Kurbelgehäuse resp. Motoren gegriffen wurde, ist rein praktisch. Getriebene Förderer lassen

sich wegen der Dauer und Ungleichmäßigkeit der einzelnen Operationen in diesem Falle

nicht verwenden. An Einzelheiten sei noch erwähnt die Prüfung der Zylinder und einmontierten

Ventile auf Dichtigkeit unter Verwendung von Preßluft. Es wird am Zylinderflansch ein 

Paßstück dicht aufgeschraubt, Preßluft in den Zylinder gelassen und der Druck kontrolliert.

Einige Schläge auf das Ein- und auf das Auslaßventil lassen den Arbeiter den guten Sitz der 

Ventile erkennen.In den einzelnen Betrieben findet sich eine große Anzahl von Prüf- und Einlaufvorrichtungen für die verschiedensten Konstruktionsteile. Aus der Fülle der vorhandenen 

seien einige Fälle herausgriffen. 

 

Abb. 10  Prüfanlage für Generatoren

 

Bei der Darstellung (Abb. 10) handelt es sich um ein Transmissionsstück,

auf dem sich Antriebsscheiben für Keil- und Flachriemen befinden. 

Spezial-Spann- und Aufnahmevorrichtungen gestatten die Festlegung  von 

Konstruktionsteilen, die einer längeren Einlaufdauer unterzogen werden sollen.

Im vorliegenden Falle handelt es sich um die Prüfung von zwei Harley-Davidson-

Generatoren, deren Kugellager auf leichten Lauf untersucht werden sollen.

 

Eine besondere Abteilung befasst sich mit der Untersuchung fertig montierter Aggregate und dgl.

Zu diesem Zweck werden willkürlich aus den Serien einige Muster herausgegriffen und auf den 

speziell durchgebildeten Prüfständen untersucht.

 

Abb. 11  Prüfanlage für Rahmen und Getriebe

 

Eine solche Szene zeigt Abb. 11. Links vorne erkennt man einen komplett montieren Rahmen

am zwischengeschalteten Kurbelgehäuse. Dieser Rahmen soll darauf geprüft werden, ob der

Hinterrahmen genügend Festigkeitseigenschaften hat. Gleichzeitig werden an zwei Getrieben Untersuchungen über die Laufeigenschaften und Festigkeiten der Zahnräder in den einzelnen

Gängen vorgenommen.

 

Abb. 12  Prüfanlage für Batterien

 

Harley-Davidson fertigt nach Möglichkeit alle Teile, die zu den Motorrädern benötigt werden,

selbst an. Teile, die bezogen werden müssen, werden einer ganz eingehenden Kontrolle unterworfen.

Hierzu gehören auch begreiflicherweise die Batterien. Andere Stücke, die zur elektrischen Ausrüstung

der Harley-Davidson Motorräder gehören, werden selbst gefertigt, so die Generatoren und Magnetapparate. Auch hierfür sind zur Prüfung Spezialanlagen durchgebildet geworden, eine

derselben zeigt und die Abb. 13

 

Abb. 13  Prüfanlage für die elektrische Ausrüstung

 

Eine besondere Abteilung befasst sich mit der Fertigung von Rahmen und der hierzu 

benötigten Einzelteile. Das Biegen der Rahmenrohre erfolgt durch kraftgetriebene

Biegemaschinen. Die letzte Formgebung und damit gleicherzeit die Kontrolle erfolgt

auf einer Handbiegemaschine (Abb. 14)

 

Abb. 14  Rohrbiegemaschine

 

Die einfache Anlage ist auf eine Richtplatte montiert, wodurch es dem Arbeiter möglich ist, 

diese auch für Kontrollzwecke zu benutzen.

 

Abb. 15  Teilansicht der Schweißerei

 

Die Schweißung des Rahmens erfolgt sowohl auf elektrischen Wege, als auch durch 

autogene Schweißung. Einen Teil der Schweißerei veranschaulicht Abb. 15

Hier werden besondere Einrichtungen verwendet, die von Harley-Davidson selbst

hergestellt sind. Durch diese Schweißanlagen wird sowohl an Arbeitsaufwand gespart, 

als auch ein Ausschuß durch Verbrennen des Materials oder dgl. vermieden.

Die Rahmenmontage erfolgt am Schiebetisch.

 

Abb. 16  Rahmenmontage

 

Die Rahmenteile gehen von Hand zu Hand die lange Reihe der Arbeiter entlang. (Abb. 16)

Die von den einzelnen Arbeitern benötigten Rohrteile und dgl. werden denselben jeweils

zugebracht, so das sich jeder einzelne auf die Ausführung seiner Operation beschränken kann.

Da an Feilarbeiten nach Möglichkeit zu sparen ist, denn das putzen erfolgt in großen 

Sandstrahlgebläsen  (Abb. 17), wird in diesem Betriebe sehr darauf geachtet, daß die Rahmen

auch vorher schon fast einwandfrei und fertig zum Emaillieren sind.

 

Eine Ecke des Versuchslaboratoriums bringt Abb. 18

 

Abb. 17  Putzraum mit Sandstrahlgebläse

 

Abb. 18 Prüfanlage für Rahmen und Motoren

 

Eine Ecke des Versuchslaboratoriums (Abb. 18). 

Auf einer gußeisernen Grundplatte sind die verschiedensten Prüfanlagen aufmontiert. 

Wie im Bilde vorn erkenntlich ist, können mittels dieser Einrichtung Prüfungen am 

kompletten Rahmen, Federgabeln, Längsstangen und dergleichen vorgenommen werden. 

Der hier eingespannte Rahmen wird auf sein Verhalten bei unregelmäßig auftretenden 

Schwankungen geprüft.

 

Links von dieser Einrichtung erkennt man einen Motorprüfstand. Um die Kühlung

durch den Fahrtwind zu ersetzen, ist für jeden Zylinder ein besonderes Luftrohr vorgesehen. 

Man erkennt die beiden Rohre oberhalb des Motors, der mit einem Dynamometer in

Zusammenhang steht. Das Dynamometer ist, was leicht erkenntlich, pendelnd aufgehängt.

 

Abb. 19 Sickmaschine

 

Die Abteilung Seitenwagenbau arbeitet begreiflicherweise  mit den modernsten Maschinen.

Viele derselben sind im eigenen Betriebe hergestellt oder nach eigenen Entwürfen außerhalb

des eigenen Betriebes gefertigt.  Eine einfache Einrichtung, eine Sickmaschine, Abb. 19, die

zeigt, wie ein Blech des Seitenwagens mit einer Drahteinlage versehen wird.

 

 

Abb. 20 Seitenwagenbauschweißerei

 

Das Aneinanderfügen der einzelnen Blechteile erfolgt genauso wie beim Rahmenbau

bevorzugt durch elektrische Schweißmaschinen (Abb. 20) Einfache Modelle und Einrichtungen 

helfen die Arbeitszeit in vorteilhaftester Weise kürzen.

 

Abb. 21 Montageanlage für Seitenwagen

 

Die in Abb. 21 gezeigte Einrichtung ermöglicht es, gerade Bleche so einzuspannen, daß teilweise ungebogene Bleche bei der Gesamtmontage eines Seitenwagens verwendet werden können.

Es ist aus der Darstellung ohne weiteres erkenntlich, daß nach Aufsetzen einer Paßform der Boden

der Karosserie gebildet ist und daß auch auf dieselbe Form die Seitenwände und die Rückwand 

eingebracht werden können, um alle diese Teile miteinander zu verbinden.

 

Abb. 22  Spritzlackierung

 

Wie bei der Lackiererei von Automobil-Karosserien spielt die Spritzpistole neben dem 

Tauchverfahren eine äußerst wichtige Rolle. Abb. 22 zeigt einen Seitenwagen, drehbar

auf einem Tisch angeordnet. Der Arbeiter hat also ein sehr einfaches Handhaben des

zu lackierenden Teiles.

 

Abb. 23 Prüfanlage für Blattfedern

 

Eine sehr sinnreiche Maschine ist geschaffen worden, um die Blattfedern, die zur Abfederung 

der Karosserie verwendet werden, weicher zu gestalten. Die Drehbewegung einer von der 

Transmission durch Riemen angetriebenen Welle wird durch entsprechend gelagerte Hebel in 

eine Auf- und Abwärtsbewegung umgeändert. Am Ende des Hebelarmes befindet sich eine 

Aufnahmevorrichtung für die Blattfedern (Abb. 23). Diese werden dadurch auf- (rechts) und 

abwärts (links) bewegt. Alle Federn werden in derartigen Maschinen etliche Stunden behandelt.

 

Abb. 24  Zuschneiderei

 

Bei der Größe der Fabrikationsmengen von Motorrädern und Seitenwagen ist es nicht mehr als selbstverständlich, daß diese Fabrik auch eine eigene Zuschneiderei besitzt (Abb. 24).

 

Die einzelnen Stofflagen werden auf einem großen Tisch ausgebreitet und bis zu einer 

beträchtlichen Dicke aufeinander geschichtet. Sodann werden auf diese hohen Stofflagen 

Schablonen gelegt, die oberhalb des Zuschneidetisches erkenntlich sind. Mit Kreide werden 

die Umrisse dieser Schablonen auf die Stofflage gezeichnet. Eine besonders für diese Zwecke 

konstruierte elektrisch angetriebene Schneidemaschine wird alsdann zum Ausschneiden der 

manchmal sehr komplizierten Formen benutzt. 

 

Abb. 25 Polstern von Sitzkissen

 

Das Polstern eines Sitzkissens läßt Abb. 25 erkennen.

Der in der vorhin beschriebenen Zuschneiderei entsprechend verwendete Stoff liegt auf der 

Unterseite des Polstermaterials und der Polsterfeder. Beachtenswert an diesem Bild ist die 

dicke Backe des Arbeiters. Dieser hat nicht etwa Zahnschmerzen,  sondern eine beträchtliche 

Menge Nägel im Munde. Durch Übung ist es diesen Leuten möglich, mit der Zunge den 

Nagelkopf eines Nagels zwischen die Lippen so zu schieben, das der Nagelkopf nach vorn kommt. 

Der leichte Sattlerhammer ist an der Spitze magnetisch.  Wenn er diese Spitze nun an den Mund hält, 

so haftet der Nagelkopf auf dem Hammer. Er braucht also nur den Hammer wieder umzudrehen 

und mit kräftigem Schlag auf die betreffende Stelle zu schlagen, wo der Nagel sitzen soll. Infolge 

ihrer Übung können diese Leute nun mit Windeseile in wahnsinnig kurzer Zeit die Polsterung annageln.

 

Abb. 26 Sattlerei

 

Einen anderen Teil der Polsterwerkstatt zeigt Abb. 26. Wiederum wird von Hand zu Hand,

d. h. auf Schiebetischen gearbeitet. 

 

Abb. 27 Windschutzfertigung

 

Auch die einzelnen Nähmaschinen sind so aufgestellt, das sie gleichsam auf einem 

Tisch stehen.Dies veranschaulicht Abb. 27, die auch bezüglich anderer sinnreicher 

Einrichtungen sehr wertvoll ist. 

 

Abb. 28 Seitenwagen vor dem Lackieren

 

Schließlich zeigt noch Abb. 28 die letzte Kontrolle der Seitenwagen vor dem Lakieren.

 

Abb. 29 Montagegestell für Verdecke

 

Auch um die Bespannung des Verdeckrahmens einfach vornehmen zu können,

hat Harley-Davidson eine einfache Einrichtung durchgebildet (Abb. 29).

Weitere Ausführungen sind zu dieser Konstruktion nicht nötig.

 

 

Eine fertige Harley-Davidson Maschine mit Seitenwagen zeigt schließlich Fig. 107.

Auf dieser Abbildung ist als besonders interessant die Windschutzeinrichtung zu bezeichnen,

die vor allen Dingen die Beine des Fahrers vor Wind und  Wetter schützt. Durch diese

Einrichtung fallen also Bleche und dergleichen, wie man sie sonst zu verwenden gewohnt ist, fort.

 

 

Die Gesamtansicht des Werkes, und es dürfte daraus die Größe des Unternehmens am

klarsten erkenntlich sein. 

 

Auf dem Hofe des einen Gebäudes ist, was der Originalität halber bemerkt sein mag, 

der alte Holzschuppen aufgestellt, in dem die Harley-Davidson Motorräder das Licht 

der Welt erblickt haben.

Es ist eine primitiv aussehende kleine Schlosserei, von wo die ersten Harley-Davidson Motorräder herkamen, die nunmehr in 116 Ländern der Welt vertreten sind.